Hemd in der Hose: (K)eine Frage des persönlichen Geschmacks

Wie trägst du Hemden richtig? Gehören sie in den Hosenbund oder dürfen sie leger darüber hängen? Die Antwort ist eindeutig zweideutig: Das Hemd gehört meistens in die Hose, aber es gibt Ausnahmen. Welche das sind und wann du das Hemd definitiv in den Bund stecken musst, erfährst du jetzt.

Hemd in der Hose: Das ist die Basisregel

Modeaffine Männer sind zwar gerne experimentierfreudig, doch es ist nicht allein eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob das Hemd in der Hose getragen wird oder nicht. Einige gesellschaftliche Anlässe erfordern ein gewisses Maß an Konformität. Auf einer Beerdigung beispielsweise kommt ein Hemd über der Hose nicht gut an. Hier herrscht eine bestimmte Kleiderordnung. Dasselbe gilt auf Festlichkeiten wie einer Hochzeit oder einem klassischen Red-Carpet-Event. Die Basisregel lautet: Ein formeller Anlass erfordert einen formellen Kleidungsstil. Das Hemd gehört in den Hosenbund.

Businessmode: Hemd in der Hose

In so mancher Branche herrscht ein klar definierter Dresscode. Dazu gehören zum Beispiel das Bank- und Versicherungswesen. Die Frage "Hemd in die Hose oder nicht?", stellt sich gar nicht. Kunden erwarten ein bestimmtes Auftreten und verbinden den Kleidungsstil einer Person mit dem Grad der Seriosität. In formell geprägten Jobs gilt definitiv die Regel: Hemd in die Hose!


Wann darf das Hemd über die Hose?

Ist ein Business zum Beispiel kreativ geprägt, arbeitest du in der Marketingbranche, als Fotograf oder Musiker, sind die Regeln aufgelöst. Hier ist es gesellschaftsfähig, das Hemd über der Hose zu tragen. Auch in Branchen mit wenig Kundenkontakt spielt die Kleiderfrage eine untergeordnete Rolle.
Natürlich ist es auch in der Freizeit gang und gebe, ein Cityhemd locker über der Hose zu tragen. Damit du mit Hemd über der Hose eine gute Figur machst, solltest du folgendes wissen:

Achte auf die Hemdlänge. Ist der halbe Po bedeckt, ist die Länge perfekt. Etwas länger darf es sein, aber nicht kürzer.

Hemden mit gerundetem Saum dürfen nicht zu lang sein.

Falls du eine üppige Mitte hast, lässt das Hemd über der Hose dem Bauch noch kräftiger erscheinen. Entscheide dich lieber dazu, dass Hemd in die Hose zu stecken.

Eine Krawatte ist ein absolutes No-Go zu einem Hemd über der Hose.

Hast du das Hemd bereits den ganzen Tag in der Hose getragen, sollte es auch für den Rest des Tages drinbleiben. Denn wenn du nach ein paar Stunden das Hemd aus der Hose ziehst, ist der untere Teil komplett zerknittert hat. Das lässt dich schlampig aussehen, aber nicht cool.

 

Leinen- und Jeanshemden gehören über die Hose

Zu Hemden, die man nicht in die Hose steckt, gehören Leinen- und Jeanshemden, sowie allgemein Hemden aus gröberen Stoffen. Ein Hemd aus grobem Stoff legt sich von Natur aus in Falten. Selbst, wenn du es ausgiebig gebügelt hast, wird es innerhalb kürzester Zeit faltig werden. Ein solches Hemd gehört – der richtige Schnitt vorausgesetzt – über der Hose getragen. Würdest du es zerknittert, wie es ist, in den Hosenbund stecken, wirkt das ungepflegt. Trägst du es aber selbstbewusst über dem Hosenbund, unterstreicht das luxuriöse Leinenhemd mit den typischen Falten deine Lässigkeit. In Kombination mit einer Jeans wird dieser charmante Eindruck noch verstärkt. Klassische, blaue Jeanshemden lassen sich gut mit Chinohosen oder anderen Stoffhosen kombinieren. Ein Jeanshemd, welches nicht blau sondern grau oder schwarz ist, kann selbstverständlich mit einer blauen Jeanshose kombiniert werden. Jedoch solltest du tunlichst vermeiden, ein blaues Jeanshemd mit einer blauen Jeanshose zu tragen.

Tipp: Falls du ein zerknautschtes Hemd aus dem Koffer ziehst und kein Bügeleisen zur Hand hast, gelten dieselben Regeln wie für Leinenhemden. Über der Hose getragen sieht es besser aus als in den Hosenbund gesteckt. Die Optik ist zwar nicht perfekt, aber meist die bessere Variante.

Schnitt: Länge und Form müssen stimmen

Wird das Hemd in die Hose gesteckt muss es eine gewisse Länge haben. Ist es zu kurz, rutscht es beim Bücken aus dem Bund heraus. Ist es zu lang, zeichnet es sich unter Stoffhosen sichtbar ab. Hemden mit einem längeren Rückenteil weisen darauf hin, wie sie getragen werden sollen, nämlich im Hosenbund. Um die Hüfte herum dürfen diese Hemden relativ schmal geschnitten sein, damit sie wenig auftragen.

Hemden mit geradem Bund und mit einer Länge, die halb über das Gesäß reichen, sind ideal zum Darübertragen geeignet.

Der Anlass

Zu bestimmten Anlässen gibt es keinen Zweifel darüber, ob ein Hemd in die Hose gehört oder nicht. Bei folgenden Anlässen gehst du auf Nummer sicher, wenn du es tust:

  • Vorstellungsgespräch bzw. Bewerbungsgespräch
  • Hochzeit
  • vor Gericht
  • Bankgespräch
  • mündliche Prüfung

Missachtest du den gesellschaftlich etablierten Dresscode, kann das dir tatsächlich unangenehme Nachteile bringen.

 

Unser Fazit: Meistens im, ausnahmsweise aus dem Bund

Ein Hemd gehört in die Hose, es sei denn, es ist aus Leinen oder es ist Teil eines Casual Outfits. In Kombination mit einem Anzug und zu bestimmten gesellschaftlichen Anlässen sollten Herren das Hemd immer in der Hose tragen. Wird das Hemd über der Hose getragen, müssen Länge und Schnitt stimmen, damit der Coolnessfaktor richtig zur Geltung kommt.